Ich habe mich sehr zeitnah für die 7. Staffel von „The Voice of Germany“ angemeldet und nun war er da, der Casting Tag. Ich hatte mich gut vorbereitet, war vernünftig eingesungen, konnte alle meine ausgewählten Lieder im Schlaf, das Outfit war gekauft und gleich um 10 Uhr war mein Termin.

Als ich morgens aufwachte, wolle ich vor Angst und Hoffnungslosigkeit gar nicht hingehen. Wie groß ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass man unter so vielen zigtausend Bewerbern genommen wird? Ich hatte aber nichts zu verlieren und wollte außerdem meine neuen Stiefel einlaufen und meinen Hut präsentieren, also fuhr ich los ins Stuttgarter SI Centrum.

Es waren schon einige Bewerber/-innen da und ich kannte auch noch einen Security Mitarbeiter, der den Wartebereich vom Gesangsbereich sicherte. Er war mit seiner Security Firma bereits bei zahlreichen Auftritten von mir und meiner damaligen Band. Das vertraute Gesicht und ein freundliches Gespräch nahm mir etwas Nervosität da ich mich noch locker und normal mit jemandem unterhalten konnte und mir nicht ständig den Kopf über meine Texte zerbrechen musste, die ich ganz gerne mal vergesse :-)

 

Nun ging es los, der Check-In mit Anmeldeformular und Personalausweis war gemacht und ich wartete mit einigen anderen Talenten bis wir aufgerufen wurden. In einer relativ großen Runde von ca. 15 Personen betraten wir den ersten Casting Raum. Vorstellen kann man sich hier kein Musikzimmer o.Ä. sondern einen Konferenzraum eines Hotels, zahlreiche Stühle für die Bewerber/-innen und eine Reihe Tische für die Jury. Diese bestand aus 4 Mitarbeitern der Universal und von Talpa. Vor mir waren 6 oder 7 Talente an der Reihe, die meisten sangen verdammt gut. Einen kleinen Texthänger gab es bei einem Mädchen, aber sie bekam eine zweite Chance und alles lief reibungslos.

 

Nun war ich an der Reihe und ich glaube so gezittert habe ich - bis dato - noch nie. Anfangs war ich noch recht cool, aber als es dann ums Singen ging änderte sich das ganz schnell und Lampenfieber, Nervosität und fast schon Angstgefühle machten sich breit. Die erste Runde musste a cappella gesungen werden. Ohne Mikrofon, ohne Playback, ohne alles. Und mit Vollgas. In der Regel wird man nach Strophe und Refrain abgebrochen. Bis dahin sollte man überzeugt haben.

 

In dieser ersten Runde lernte ich auch Felix kennen, ein Talent mit einer unfassbaren weichen, ruhigen, schönen Stimme - und das war nicht das letzte mal, dass wir uns begegneten.

 

A cappella war Big Spender von Shirley Bassey dann– zusammen mit 4 weiteren Talenten aus der Runde – meine Eintrittskarte in den nächsten Casting Raum.