Am 06.07.2017 kam die letzte Email für die Blind Auditions. "Morgen ist euer großer Tag". Davor gab es aber noch ein großes Pressebriefing da einige von uns Vieles erwarten wird nach den Ausstrahlungen. Das Pressebriefing ging etwa eine Stunde, neben Tipps und Tricks haben wir uns auch Beispiele angeschaut wie gute und auch schlechte Werbung aussehen kann.

 

Außerdem erfuhren wir die Ankunftszeit im Studio. Mein Name stand bei 7:15 Uhr. Das wird ein langer Tag, so viel steht fest, denn die Aufzeichnung ist erst abends um ca. 19 Uhr. Alle die mit mir die Aufzeichnung am 7.7. um 7 Uhr hatten, hatten etwas Panik. Denn die Aufzeichnungen der Blind Auditions zog sich über 5 Tage, je 2 Shows pro Tag. Und wir waren die Letzten. Klar war der Gedanke natürlich naheliegend, dass viele Plätze in den Teams bereits vergeben waren.

 

In der Zwischenzeit sind meine Freunde angekommen, die in meinem Family & friends Backstage Bereich mitfiebern werden. Meine Familie würde erst am Tag der Aufzeichnung anreisen, so dass ich den Abend mit den 2 Jungs hatte. Eigentlich wollten wir ja was essen gehen. Aber dann kam irgendwie alles anders. Nach dem Briefing klopfte ich an die Zimmertür und mir öffnete ein erheiterter Mensch die Tür :-) Gewappnet mit einer Gitarre standen die beiden am Fenster und "besangen" jeden und alles, das sich vor dem Hotel abspielte. Da war die Fahrschule Astor und der Mann im Business Look. Und dann kam Kim. Ein weiteres Talent, auf der Suche nach dem Rest. Wir sagten ihm unsere Zimmernummer und dann fing der Abend erst richtig an. Wir komponierten den Song "DIe Erika aus dem Edeka" und versprachen uns gegenseitig, wenn wir keinen Buzzer bekommen machen wir daraus einen Mallorca Hit.

 

Kim ging nach einiger Zeit wieder und wir feierten zu dritt weiter, bestellten uns noch Pizza und letztendlich hatte ich gerade mal 2 Stunden Schlaf. Und das vor meiner Blind Audition. Dass das genau richtig war, stellte sich dann später noch heraus.

 

Am Tag meiner Aufzeichnung ging es also früh los. Zunächst ins Styling und in die Maske, dass wir bei jeden Vorab-Dreh und jedem Interview bereits in unserem Show Outfit waren.

Also wurde ich in mein Outfit "genäht". Man muss sich das so vorstellen: Mein Outfit war ein altrosa Einteiler in kurz, dazu lachsfarbene Schuhe, einen schwarzen Gürtel und mein Hut, den ich bereits beim Casting in Stuttgart trug.

 

Der Gürtel wurde noch enger und dann direkt an den Overall genäht damit er nicht rutscht. Das größte Problem war aber neben den juckenden Tackernadeln, dass ich die ganze Zeit nicht auf die Toilette durfte. Sonst hätte alles aufgeschnitten und wieder neu getackert werden müssen. Also hieß es durchhalten bis zur Pause :-)

 

Ich durfte noch einen Moment zurück ins Hotel, da die Mittags-Aufzeichnungen nun liefen und keine weiteren Programmpunkte für uns anstanden. An schlafen war aber nicht zu denken also bin ich mit meiner Tochter Emma und meine Freund und Musikmanager Joe Erhardt noch in den Musikraum gegangen. Emma und ich haben ein bisschen Klavier gespielt und ich habe zum 100000000.x meinen Song nochmal gesungen. Selbst Emma konnte den Song mittlerweile im Schlaf singen, da sie ihn sich so oft  von mir anhören musste :-)

 

 

Zurück im Studio verabschiedete ich mich von meinen Begleitpersonen.

 

Wie immer ging es dann zuerst ins Styling und in die Maske. Fertig umgezogen, eingenäht und getackert und gerichtet gab es nochmal Interviews, diverse Drehs und ein letztes Vocal Coaching. Alles lief perfekt. Mittlerweile durften wir Talente nicht mehr in den Aufenthaltsbereich zu unseren Familien und Freunden denn dort wurde die erste Show bereits per TV im Aufenthaltsbereich übertragen. Wir wurden komplett abgeschirmt. Einige von uns chatteten mit ihren Familien und fragten nach dem aktuellen Stand. Wer hat es geschafft, wer nicht, wie viele Plätze sind noch frei. Und wir rechneten wie verrückt. Bei jedem Buzzer freuten wir uns zwar für unsere Mitstreiter, aber die Luft wurde natürlich dadurch dünner. Irgendwann hab ich es einfach aufgegeben mitzuzählen. Es kommt eh so wie es kommen muss.

 

Dann fiel mein Name und ich wurde aus dem Talentbereich abgeholt. Nun ging es nochmals in den berühmten "Raum mit der Tür" mit dem extra dafür gecasteten "Türsteher", der voller Elan die schwere Tür öffnet. Jetzt saß ich im Aufenthaltsbereich bevor es auf die Bühne ging. In dem Moment kurz bevor es auf die Bühne geht nochmal gefilmt zu werden ist hart. Ich habe versucht, es so gut es geht auszublenden und mich ganz auf mich zu konzentrieren. Ich bin meinen Text nochmals durchgegangen und versuchte meinen Puls auf einen normalen Wert zu bringen, dass mir erstaunlicher Weise auch gut gelang.

 

Kurz bevor ich auf die Bühne musste kam Philip. Er weinte. Seine Freundin Jana bekam leider keinen Buzzer und er fühlte so mit ihr, es nahm ihn total mit. Doch gleich war auch seine Blind Audition, direkt vor meiner...also hab ich ihm sachlich, direkt und etwas schroff in den Hintern getreten. "Isa tu mir einen Gefallen und werde niemals Künstlerbetreuer". 2 Stunden später hat er sich für den Arschtritt bedankt :-)

 

Philip war eine gefühlte Ewigkeit auf der Bühne. Ich wartete und wartete bis er endlich fertig war, bekam in meinem kleinen Räumchen hinter der Bühne nichts mit. Die Türe öffnete sich und meine liebe Tina kam mit ihrem Handy nochmals zu mir, spielte mir mein Playback nochmals kurz ab und drückte mich fest. Dann ging es los.

 

Direkt neben der Bühne standen Künstlerbetreuer, Tina, eine Visagistin, eine MItarbeiterin vom Styling und der Techniker mit meinem Mikrofon. Mir wurde nochmals die Treppe gezeigt, die mit einem Pfeil gekennzeichnet war, dass sich auch ja keiner verläuft.

 

Los ging es. Ich versuchte den Weg so selbstbewusst wie möglich zu gehen. Stand auf der Bühne, die umgedrehten Stühle vor mir. Rotes Licht. Die große Hand mit dem Voice Zeichen direkt gerade aus. Ich schloss die Augen. 1, 2, 1 ... 2... 3...4....